„Ohne Frauen ist kein Staat zu machen“ – Demokratiewerkstatt beim Soroptimist-Bezirkstreffen
Austausch, Vernetzung und die Frage, wie mehr Frauen für kommunalpolitisches Engagement gewonnen werden können: Darum ging es bei der Demokratiewerkstatt im Rahmen des gemeinsamen Bezirkstreffens von Soroptimist International aus Baden-Württemberg und Bayern am 12. September in Schwäbisch Gmünd.
Rund 80 Soroptimistinnen kamen zu diesem Bezirkstreffen zusammen. Bereits am Vormittag wurden beeindruckende Best-Practice-Beispiele aus verschiedenen Clubs vorgestellt. Besonders eindrücklich war für mich die Braut-Protest-Performance des SI Clubs Schwäbisch Gmünd gegen Femizide – ein starkes Zeichen gegen Gewalt an Frauen.
Am Nachmittag entschieden sich rund 50 Teilnehmerinnen für die Demokratiewerkstatt. Gemeinsam mit vier weiteren Kommunalpolitikerinnen durfte ich meine Erfahrungen aus der kommunalpolitischen Praxis einbringen und eine Arbeitsgruppe begleiten.
Intensiv diskutierten wir darüber, welche Hürden Frauen davon abhalten, zu kandidieren, sich politisch zu engagieren oder kommunalpolitische Verantwortung zu übernehmen. Dabei ging es unter anderem um fehlende Informationen über den Einstieg in die Kommunalpolitik, die Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Mandat, mangelnde Sichtbarkeit von Frauen, fehlendes Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten, strukturelle Hindernisse und auch Sexismus.
Doch wir wollten nicht bei den Problemen stehen bleiben. In einem zweiten Schritt entwickelten die Arbeitsgruppen konkrete und umsetzbare Ideen, wie Frauen für kommunalpolitisches Engagement gewonnen und dabei unterstützt werden können.
Eine Idee aus unserer Gruppe hat mir besonders gut gefallen: erfahrene Kommunalpolitikerinnen in die Soroptimist Clubs einzuladen, damit sie von ihrem persönlichen Weg berichten, Fragen beantworten und anderen Frauen Mut machen, selbst politische Verantwortung zu übernehmen.
Eine Erkenntnis zog sich für mich durch den gesamten Nachmittag: Netzwerke sind enorm wichtig. Auch wir Frauen sollten sie noch selbstverständlicher nutzen, uns gegenseitig unterstützen, Erfahrungen weitergeben, Türen öffnen und als Mutmacherinnen füreinander da sein.
Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit. Sie lebt von Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, sich einzumischen und unsere Gesellschaft aktiv mitzugestalten. Und dafür braucht es Frauen – sichtbar, selbstbewusst und engagiert.
Besonders gefreut hat mich an diesem Tag auch das Wiedersehen mit vielen Clubschwestern aus Schwäbisch Gmünd und der Austausch mit Soroptimistinnen aus Baden-Württemberg und Bayern. Ein inspirierender Tag mit vielen Begegnungen, neuen Impulsen und ganz viel Frauenpower.