Gleichstellung rechnet sich – ein inspirierender Frauenwirtschaftstag in Kirchheim

Spannende Impulse, persönliche Erfahrungen und eine lebendige Diskussion: Die 22. Frauenwirtschaftstage in Kirchheim unter Teck haben gezeigt, wie wichtig Gleichstellung für Wirtschaft und Gesellschaft ist. Ich durfte den Abend als Bürgermeisterin eröffnen und habe mich sehr über das große Interesse und den offenen Austausch gefreut.

Unter dem Motto „Gleichstellung rechnet sich – vom gesellschaftlichen Anspruch zum Geschäftserfolg“ kamen rund 40 interessierte und engagierte Frauen und Männer im Gewölbe der Volksbank Mittlerer Neckar zusammen.

In meinem Grußwort habe ich deutlich gemacht: Die Gleichberechtigung von Frauen und Männern ist in unserem Grundgesetz verankert. Doch entscheidend ist, wie wir sie im Alltag leben – in Unternehmen, Verwaltungen und Familien. Noch immer bestehen deutliche Unterschiede bei der Bezahlung und der Besetzung von Führungspositionen. Auch in den Rathäusern sind Bürgermeisterinnen weiterhin deutlich in der Minderheit.

Nachdenklich stimmt mich, dass gerade wieder alte Rollenbilder lauter werden. Gleichberechtigung ist kein Selbstläufer und kein gesicherter Besitzstand. Sie muss immer wieder mit Leben gefüllt und aktiv gestaltet werden.

Prof. Dr. Anka Reich von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen gab mit ihrem Impulsvortrag spannende Denkanstöße. In der anschließenden Podiumsdiskussion berichteten Annika Bezler, die nach ihrem Studium in das Handwerksunternehmen Bezler Heizungstechnik eingestiegen ist, Alexandra Germann, Gleichstellungsbeauftragte beim Landeskriminalamt Baden-Württemberg, und Prof. Reich von ihren persönlichen Erfahrungen und Perspektiven.

Dabei ging es auch um neue Modelle zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, etwa wenn beide Elternteile in Teilzeit arbeiten. Deutlich wurde, wie wichtig verlässliche Rahmenbedingungen sind – insbesondere gute Betreuungsangebote, für die auch wir als Kommune Verantwortung tragen.

Ein Gedanke ist mir besonders in Erinnerung geblieben: Wir brauchen Frauen, die andere Frauen ermutigen, ihre Fähigkeiten und Talente einzusetzen, eigene Wege zu gehen und Verantwortung zu übernehmen.

Besonders gefreut hat mich die lebendige Beteiligung des Publikums. Viele Fragen, unterschiedliche Perspektiven und persönliche Erfahrungen bereicherten die Diskussion. Auch beim anschließenden Stehimbiss wurde intensiv weitergesprochen und genetzwerkt.

Mein herzlicher Dank gilt FemConnect Teck e. V., unserer städtischen Wirtschaftsförderung, Irmela Gaber für die Begrüßung und Moderation sowie allen Referentinnen, Beteiligten und Gästen, die diesen gelungenen Abend möglich gemacht haben.

Mein Fazit: Gleichstellung ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit. Sie eröffnet Chancen, stärkt unsere Wirtschaft und bereichert unsere Gesellschaft. Dafür lohnt es sich, gemeinsam weiterzuarbeiten.

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