Dialogveranstaltung zum barrierefreien und gemeinschaftlichen Wohnen

Im Rahmen meiner Dialogreihe zur Zukunftsentwicklung von Dettingen an der Erms habe ich am Freitag zu einer Veranstaltung zum Thema barrierefreies und gemeinschaftliches Wohnen in Verbindung mit kluger Innenentwicklung eingeladen.

In einer engagierten, konstruktiven Runde wurde intensiv darüber diskutiert, wie ein Mehrgenerationenprojekt im Bereich der geplanten Sanierungsgebiets Ortsmitte IV aussehen könnte. Besonders wertvoll waren die persönlichen Berichte von zwei Bewohnerinnen des Projekts „Sorglos Wohnen“, die eindrucksvoll schilderten, wie gemeinschaftliches und zugleich selbstbestimmtes Leben im Alter gelingen kann.

Der Bedarf ist groß

Deutlich wurde:
Der Wunsch nach barrierefreien, zentral gelegenen Wohnungen ist in Dettingen vorhanden. Ältere Menschen können sich vorstellen, aus größeren Häusern oder Wohnungen in eine kleinere, gut erreichbare Wohnung in der Ortsmitte umzuziehen – vorausgesetzt, das Konzept stimmt.

Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und des sich weiter verschärfenden Pflegekräftemangels gewinnt dieses Thema zunehmend an Bedeutung. Es wird künftig nicht selbstverständlich sein, einen Pflegeheimplatz zu erhalten. Umso wichtiger ist es, Rahmenbedingungen zu schaffen, die ein möglichst langes, selbstständiges Leben ermöglichen.

Was ist den Bürgerinnen und Bürgern wichtig?

In der Diskussion wurden folgende Anforderungen benannt:

  • Barrierefreie, abgeschlossene Wohnungen mit eigener Küche und eigenem Wohnbereich
  • Ergänzende Gemeinschaftsräume für Begegnung und Austausch
  • Gute Erreichbarkeit von Einkaufsmöglichkeiten, ärztlicher Versorgung und Dienstleistungen
  • Sicherheit und ausreichende Parkmöglichkeiten
  • Unterstützungs- und Pflegeangebote auf Abruf
  • Ein bewusstes Mehrgenerationenkonzept – kein anonymes Nebeneinander, sondern gelebtes Miteinander

Als möglicher Umsetzungsweg wurde insbesondere ein Bauträgermodell mit Mietwohnungen favorisiert. Auch alternative Modelle wie eine Bürger-Aktiengesellschaft (z.B. Nestbau aus Tübingen) wurden diskutiert.

Innenentwicklung als Chance

Für mich ist dieses Thema eng mit der Ortskernsanierung und dem Grundsatz „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“ verbunden. Ein solches Projekt könnte nicht nur dringend benötigten Wohnraum schaffen, sondern zugleich unsere Ortsmitte stärken und neue Formen des Miteinanders fördern.

Barrierefreies und gemeinschaftliches Wohnen ist für mich kein Randthema, sondern eine zentrale Zukunftsfrage unserer Gemeinde.

Miteinander Zukunft schaffen – das bedeutet auch, heute die richtigen Weichen für ein selbstbestimmtes Leben im Alter zu stellen.

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