Besuch in der Schwalbenstadt – Austausch zur Zukunft der Inklusion in Dettingen

Im Rahmen meiner Gespräche mit sozialen Einrichtungen in Dettingen an der Erms besuchte ich das Unterstützungszentrum Schwalbenstadt der BruderhausDiakonie. Gemeinsam mit Herrn Ellinghaus, Bereichsleitung Behindertenhilfe im Ermstal, konnte ich mich vor Ort über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen informieren.

Insgesamt leben derzeit 56 Menschen in den Wohngruppen der BruderhausDiakonie in Dettingen: 38 Plätze in der Schwalbenstadt, 12 Plätze in der Schneckenhofergasse sowie 6 Plätze in der Wohngruppe Karlsbühl. Begleitet werden Menschen mit geistiger Behinderung ebenso wie Menschen mit Demenz. Diese Einrichtungen leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur sozialen Infrastruktur unserer Gemeinde.

Im Gespräch wurde deutlich, dass die Einrichtungen vor erheblichen Herausforderungen stehen. Die Refinanzierung der Plätze ist mit hohem bürokratischem Aufwand verbunden. Gleichzeitig werden in den kommenden 20 Jahren rund 30 % der Fachkräfte in den Ruhestand gehen. Die Gewinnung und Ausbildung von Nachwuchskräften wird damit zu einer zentralen Zukunftsaufgabe. Auch die Durchlässigkeit auf den ersten Arbeitsmarkt gestaltet sich trotz guter Vorbereitung in Werkstätten zunehmend schwierig – nicht zuletzt aufgrund der wirtschaftlichen Lage vieler Betriebe.

Besonders eindrücklich war die Erinnerung an das frühere Straßenfest der Bruderhausdiakonie. Es war ein Ort, an dem Menschen mit und ohne Einschränkungen selbstverständlich gemeinsam gefeiert haben – ein Beispiel für gelebte Inklusion im Alltag. Solche Begegnungsräume stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt und das Miteinander im Ort.

Erfreulich ist, dass aktuell ein Neubau in der Schwalbenstadt entsteht. Gemeinsam mit dem Pflegeheim Königshöhe werden moderne Wohn- und Betreuungsangebote geschaffen, die den zukünftigen Anforderungen gerecht werden.

Für mich ist klar: Soziale Infrastruktur ist genauso wichtig wie bauliche oder wirtschaftliche Entwicklung. Inklusion, Teilhabe und Integration gehören in die Mitte unserer kommunalpolitischen Verantwortung.
Miteinander Zukunft schaffen bedeutet, auch die sozialen Themen konsequent mitzudenken und zu stärken.

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