Besuch im gerontopsychiatrischen Pflegeheim Königshöhe – Pflege braucht Perspektive

Am 18. Februar war ich zu Gast im gerontopsychiatrischen Pflegeheim Königshöhe der BruderhausDiakonie in Dettingen an der Erms. Im Gespräch mit Herrn Stäbler, Bereichsleiter Altenhilfe, und Frau Meisch, Einrichtungsleiterin, konnte ich einen umfassenden Einblick in die wichtige Arbeit dieser besonderen Einrichtung gewinnen.

Die Königshöhe bietet derzeit 55 Pflegeplätze, darunter 20 Doppelzimmer. Aufgrund der neuen Heimbauverordnung sind Doppelzimmer künftig nicht mehr zulässig. Deshalb plant die BruderhausDiakonie einen Neubau in der Schwalbenstadt mit 60 Plätzen auf vier Stationen. Die Grundsteinlegung ist für Herbst 2026 vorgesehen, die Inbetriebnahme soll Ende 2028 erfolgen. Der neue Standort im Tal wird deutlich besser erreichbar sein und moderne, auf die Bedürfnisse gerontopsychiatrischer Pflege abgestimmte Räumlichkeiten bieten.

Im Austausch wurde deutlich, dass der Fachkräftemangel die Einrichtung stark beschäftigt. Auch die generalistische Pflegeausbildung führt dazu, dass sich weniger junge Menschen gezielt für die Altenhilfe entscheiden. Gleichzeitig bietet der geplante Neubau eine große Chance, als attraktiver Arbeitsplatz neue Fachkräfte zu gewinnen. Moderne Entwicklungen wie sprachgesteuerte Dokumentation und digitale Unterstützungssysteme können zusätzlich zur Entlastung beitragen.

Ein besonderer Wunsch der Einrichtung ist der Abbau von Berührungsängsten sowie eine stärkere Einbindung ehrenamtlicher Unterstützerinnen und Unterstützer – etwa im Besuchs- oder Spazierdienst. Mit dem neuen Standort in der Schwalbenstadt eröffnen sich hierfür gute Möglichkeiten der Vernetzung im Quartier.

Sehr erfreulich ist zudem die Bereitschaft der BruderhausDiakonie, ihre fachliche Expertise in zukünftige Projekte der Gemeinde einzubringen, beispielsweise im Zusammenhang mit barrierefreiem Wohnen, Mehrgenerationenprojekten oder der Quartiersentwicklung im Rahmen der Ortsmitte IV.

Ein würdevolles Leben im Alter ist eine zentrale gesellschaftliche und kommunale Aufgabe. Für mich gehört es zu einer verantwortungsvollen Kommunalpolitik, die Herausforderungen des demografischen Wandels frühzeitig anzunehmen und gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln. Pflege, Teilhabe und ein starkes Miteinander dürfen keine Randthemen sein – sie sind Ausdruck der Haltung einer Gemeinde.

Als Bürgermeisterin möchte ich Rahmenbedingungen schaffen, die gute Pflege ermöglichen, Ehrenamt stärken und Generationen verbinden. Dafür braucht es Dialog, Weitblick und verlässliche Partnerschaften – genau daran möchte ich gemeinsam mit den Menschen in Dettingen arbeiten.

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